News

Veröffentlicht am 27.11.2015 von nemesis

0

PiL – What The World Needs Today

John Lydon´s Avantgarde-Zauber-Baby

Der Name, der sich hinter dieser Band versteckt, wird den Jüngeren unter den Musikhörern vielleicht nicht mehr allzu viel sagen: John Lydon, der Macher der Sex Pistols, hatte mit Public Image Limited ein neues Baby ins Leben gerufen und nun, nach 17 Jahren (!) gibt es endlich neues Futter für die Fans.

Zudem soll dem aktuellen Silberling natürlich auch entsprechende Live-präsenz folgen – auch hier liegt eine weite Zeitpanne dazwischen, satte 28 Jahre waren PiL nicht mehr auf den Bühnen unterwegs. Eine breite musikalische Palette haben Lydon und seine Mitstreiter dabei auf What The World Needs Today gepflanzt – Reminiszenzen an den richtig alten, verqueren Punk, Sound à la Jane und Hawkwind, doch auch enorm facettenreiches und komplexes Material findet sich auf diesem Output.

Quirlig, eigenwillig und viel Finesse

Einen weiten Bogen über Genres wie Progressive, Psychedelic, aber auch roughem Rock´n´Roll und natürlich straightem Punk der Oldschool-Sorte spannen die Songs auf What The World Needs Today, was schon der quirlige Opener „Double Trouble“ unter Beweis stellt.

Alt-Punk, mal ein wenig avantgardistisch, mal typisch Sex Pistols mit rotzigen Vocals, auch mal lechzend und absolut kompromisslos breitet sich bei „Know Now“ aus und PiL kümmern sich auch hier absolut nicht um etwaiges Schubladendenken.

Auch mondän unterwegs

Die Stimmungen treiben ihre Spielchen mit dem Hörer, lassen einen in Berg- und Talfahrten zwischen treibend, dynamisch, lasziv und vor allem absolut ohrwurm-tauglich eintauchen. Dabei sind die Songs alles andere als gleichförmig gestrickt, volle und einnehmende Atmosphären verschiedener Form geben sich die Klinke in die Hand. What The World Neds Today wechselt seine Stimmungsfarbe und Intonationsvariante wie ein Chamäleon spielerisch und mit einer galaktischen Intensität.

Absolut erstklassig auch die Vocals, die störrisch, mit punkiger Akzentuierung aber auch enormem Volumen in Sachen Theatralik und Intonation auch locker Richtung Meat Loaf mithalten können.

Komplex und geschickt strukturiert

Erinnerungen an Rush, Pink Floyd und Co werden ebenso geweckt, die Klasse der Songstrukturen gibt sich hier nichts. Mal ein wenig den roten Faden eines Songs aufgemischt, mal eben etwas sphärisches, unnahbares Flair, doch irgendwie stets auch bodenständig und erfassbar. Ein paar Nuancen hawaiianischer Klänge und Native Music dürfen´s auch gerne mal sein und wer auf Dubstep steht: PiL haben auch das im Blickwinkel, wie man an „Shomm“ zweifelsfrei bemerken dürfte. Cooles Scheibchen, das man wirklich haben sollte und das auf ganzer Linie überzeugt.

Tracklist

  1. Double Trouble
  2. Know Now
  3. Betty Page
  4. C´est La Vie
  5. Spice Of Choice
  6. The One
  7. Big Blue Sky
  8. Whole Life Time
  9. I´m Not Satisfied
  10. Corporate
  11. Shoom

photocredit: By Σπάρτακος (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Tags: , , , ,


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top ↑