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Veröffentlicht am 07.06.2017 von Josef Buch

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The Undertones – Nordirische Kult-Punks

Falls man den ausgeflippten Feargal Sharkey vor Augen hat mit seiner 80er Tolle, den fraglichen Outfits und den ultraschmalzigen Pop-Songs, dann scheint es verwunderlich, dass dieser Gründungsmitgleid einer der größten irischen Punkbands ihrer Zeit war – den Undertones. Seine einzigartig vibrierende Stimme sind nach wie vor mitreißend für jeden Fan des Genres.

Teenager kicken es ordentlich

Gegründet wurde die Band 1975 in Derry, Nordirland. Musik machen wahr anscheinend das interessanteste was es für die fünf zu tun gab. Ansonsten gab es dort nämlich hauptsächlich nur Kühe und Weideflächen. Ganz zu Anfang noch spielten sie Cover-Versionen ihrer Lieblingsbands ganz stilecht in dunklen Kellerräumen. Als in der zweiten Hälfte der 70er Jahre die Punk-Welle Fahrt aufnahm, erkannten die Jungs die Zeichen der Zeit und sie wollten ganz groß ins Geschäft einsteigen. Hauptsächlich schrieb Gitarrist John O‘Neil die Songs, sowie sein Bruder Damian und Bassist Michael Bradley. Feargal Sharkey glänze mit seiner Tenor-Stimme, die prägend sein sollte für viele spätere Bands des Genres.

1978 erscheint die erste EP der Undertones „Teenage Kicks“, herausgegeben vom Indie-Label „Good Vibrations“ aus Belfast. Mit dem Titelsong landen sie auch gleichzeitig ihren größten Hit, der sofort einschlägt und auch Jahrzehnte später immer noch ein Klassiker des britischen Punk-Rocks darstellt. Ganze 21 Wochen bleibt der Song in den Top 20 der Charts. Zu Anfang des Jahres 1979 bringen The Undertones ihr Debüt-Album „The Undetones“ auf den Markt. Auf dem Album finden sich Songs wie „Here Comes The Summer“ und „Girls Don‘t Like It“.

Damit schaffen sie es sogar die USA zu erobern und treten als Vorband von The Clash auf. Live wird klar, dass Feargal eine echte Rampensau ist. Im Jahr 1980 folgt das Album „Hypnotised“. Es ist eine Ecke poppiger und besitzt dazu auch eine echte Akustikballade. 1981 folgten sie weiter diesem Trend und ihr Album „Positive Touch“ hat nun auch Streicher und Blasinstrumente. Sie sind erwachsener geworden und ihrer Experimentierfreudigkeit waren keine Grenzen gesetzt. Bei dem Album „Sin Of Pride“ verscherzen es sich The Undertones allerdings zu arg bei den Fans. Ihre Ausflüge mit Soul-Fragmenten ist der eingefleischten Fangemeinde zu krass. The Undertones begreifen die Stimmung ihrer Fans und setzten der Band ein Ende. 1983 spielen sie in Dublin ihr vorerst letztes Konzert.

Sänger Feargal Sharkey beginnt daraufhin seine Solokarriere, allerdings ist diese nur von mäßigem Erfolg gekrönt. Sehenswert sind die Musikvideos aber allemal.

Es geht auch ohne Feargal

Viele Jahre später 1999 entschließt sich die Band sich wieder zusammenzuraufen. Doch Feargal wurde gar nicht erst gefragt. Einerseits gab es immer noch persönliche Spannungen und er hätte wohl sowieso nicht zugesagt, heißt es. Er arbeitet mittlerweile sowieso nicht mehr aktiv als Musiker
sondern eher als Produzent im Hintergrund. An seiner Stelle singt nun Paul McLoone.

Sie bringen 2003 wieder ein neues Album namens „Get What You Need“ und 2007 „Dig Yourself Deep“ heraus. Richtig wehleidig scheint keiner den alten Zeiten hinterherzutrauern. Aber man wolle schließlich auch keine perfekte Band wie Beatles oder Abba sein. So kommen eigentlich alle ganz gut zu recht und können mit ruhiger Gewissheit von sich behaupten in einer der bedeutendsten irischen Bands mitgemacht zu haben.

photocredit: By Flickr user: ‚Alterna2‘ (Flickr (free use authorised on Wiki. Here) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

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